Zu Hauptinhalten gehen

Tastenkombinationen leicht gemacht: mit der neuen benutzerdefinierten Tastatur von Figma und Work Louder

Elissaveta BrandonWriter

In einer Welt, in der ein so großer Teil unseres Lebens online stattfindet, ist die mechanische Tastatur eines der wenigen taktilen Geräte, ohne die wir nicht leben können. Unsere Zusammenarbeit mit Work Louder feiert die tagtägliche Effizienz – und Freude –, die uns diese einfachen Tools bietet.

Tastenkombinationen leicht gemacht: mit der neuen benutzerdefinierten Tastatur von Figma und Work Louder teilen

Illustrationen von Min Heo.

Während die Tastatur an deinem Laptop standardisierte Beständigkeit verspricht, bietet eine mechanische Tastatur Haptik, Sound und Personalisierung. Bei mechanischen Tastaturen lassen sich die Farben, Tastenkappen, Layouts und sogar die Beleuchtung nach eigenen Wünschen anpassen. Sie bieten Raum für Individualisierung, Umgestaltung und eigene Workflows. „Ich kann Tastaturen bewusst kaufen, nicht nur nach Effizienz, sondern aus anderen Gründen. Das gefällt mir“, meint Marcin Wichary, Design Director bei Figma und unser Experte vor Ort für Tastaturen.

Aber die meisten Tastaturen auf dem Markt sind nicht für kreative Arbeit konzipiert. Tastenkombinationen dienen dazu, komplexe, fachspezifische Workflows zu optimieren, und erfordern häufig eine ziemliche Fingerakrobatik. Das liegt daran, dass unsere heutigen Standardtastaturen auf die ersten Schreibmaschinen zurückgehen, die für präzise und alltägliche Schreibarbeiten im Büro entwickelt wurden. „Die QWERTZ-Tastatur ist langweilig, weil sie langweilig sein muss“, so Marcin. „Über die Jahrzehnte wurde sie für so viele Dinge eingesetzt, in so vielen Umgebungen, dass sie viel von ihrer Persönlichkeit verloren hat, um vielseitig zu werden, und viel Qualität eingebüßt hat, um so allgegenwärtig zu werden.“ Wir wollten ein taktiles Tool schaffen, das Persönlichkeit und Qualität vereint und unsere Figma-Nutzer*innen schneller und ein wenig spielerisch ans Ziel bringt.

Figma und Work Louder

Bevor du dich nun fragst: Stellt Figma jetzt auch Hardware her? Keine Sorge, wir wollen nicht, dass der Zugang zu teurer Hardware beschränkt, wie Menschen gemeinsam brainstormen, designen und zusammenarbeiten. Aber im Laufe der Jahre haben wir immer wieder gehört, wie Mitglieder unserer Community über ihre eigenen mechanischen Tastaturen gesprochen haben und wie wichtig ihnen ihre liebsten Figma-Tastenkombinationen sind. Wir haben uns mit Work Louder zusammengetan, einem Tech-Unternehmen aus Montreal, das modulare Tastaturen herstellt, um mehr Freude in unsere Figma-Workflows zu bringen.

Vielleicht hast du schon eine Vorschau unserer Zusammenarbeit gesehen: eine benutzerdefinierte Version der Creator Micro-Tastatur von Work Louder, mit der du etwas taktiler auf der Figma-Arbeitsfläche unterwegs bist. Rob Bye, Product Manager bei Figma, der die Tastatur mit dem Team von Work Louder entwickelt hat, merkt an, dass „die meisten Menschen [,die Figma nutzen,] nicht tippen; sie verwenden ihre Maus; sie müssen durch eine Datei navigieren.“ Daher ist diese Tastatur weniger eine Tastatur, sondern funktioniert wie ein alternatives Trackpad: Sie hat 12 Tasten und zwei Drehregler, die den Designprozess zu einer taktilen Erfahrung machen. Insgesamt sind 48 verschiedene Tastenkombinationen möglich. (Fun Fact: In Figma gibt es über 150 mögliche Tastenkombinationen.) „Bei der Micro liegen alle Tastenkombinationen in einem Raster, sodass du dir ganz einfach deine benutzerdefinierten Kombinationen merken kannst“, sagt Michael di Genova, Mitgründer von Work Louder. „Außerdem bieten die taktilen Tasten und Drehregler haptisches Feedback. So weißt du, dass dein Befehl ausgeführt wurde, ohne nach unten schauen zu müssen. Du kannst das Muskelgedächtnis schnell aufbauen und brauchst nicht mehr nachdenken, sondern kannst einfach ‚machen‘.“

„Menschen wollen nicht stundenlang Tastenkombinationen auswendig lernen, die sie dann eh wieder vergessen“, so Rob. „Es sollte viel mehr Spaß machen.“ Dieser taktile Einfallsreichtum ist heutzutage eine Seltenheit. Bei Figma sind wir jedoch davon überzeugt, dass die Liebe zum Detail einen Hersteller ausmacht und dass Design Lösungen für echte Probleme und Bedürfnisse bieten sollte. Durch diesen Prozess des Ausprobierens und Verfeinerns haben wir die Tastatur schließlich entwickelt.

Eine mechanische Tastatur auf einem Schreibtisch neben einer Tastatur, einem Notizbuch, einem Stift und einer Brille.Eine mechanische Tastatur auf einem Schreibtisch neben einer Tastatur, einem Notizbuch, einem Stift und einer Brille.

Weitere Informationen zur Figma Creator Micro findest du im Figma Store.

Eine (kurze) Geschichte der Tastaturen

Marcin Wichary, Design Director und Tastaturexperte bei Figma, ist Autor von Shift Happens, einem Rückblick auf die Geschichte der Tastatur in zwei 600-seitigen Bänden.

Für einige uns von sind Tastaturen ein Hilfsmittel, um unsere Arbeit zu erledigen. Für andere stellen Tastaturen eher ein Hindernis dar. Dafür ist die Geschichte der Tastatur verantwortlich: eine hunderte von Jahren umspannende Entwicklung, die 600-Seiten-Bände füllen kann – und das auch tut. Die Geschichte ist natürlich eng mit der Entwicklung des Computers verbunden, nimmt ihren Anfang jedoch schon viel früher: Vor Computern und Tastaturen gab es die Schreibmaschine.

Die ersten Prototypen der QWERTY-Schreibmaschine aus den späten 1860er-Jahren sahen weniger wie ein elektronisches Gerät und mehr wie eine zerstückelte Klaviertastatur aus. Das hatte seinen Grund. Denn die einzigen Tastaturen damals waren Klaviertastaturen und es schien nur natürlich, die Tasten zum Spielen von Noten und Akkorden für Buchstaben und Symbole einzusetzen. Die erste Tastatur von Sholes & Glidden kam vor fast genau 150 Jahren auf den Markt und wurde die erste kommerziell erfolgreiche Schreibmaschine. Sie druckte zwar nur Großbuchstaben, aber das Layout dieser Buchstaben hat große Ähnlichkeit mit der Tastatur, die sich heute auf deinem Schreibtisch findet. „Es gibt heute viele Bezeichnungen auf Tastaturen wie Umschalttaste, Rücktaste oder Eingabetaste, die keinen Sinn ergeben, wenn man darüber nachdenkt“, sagt Marcin. „Aber ihre Wurzeln reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück, als die Umschalttaste tatsächlich dazu diente, Dinge [auf einer Schreibmaschine] umzuschalten.“ Die Umschalttaste selbst war eine der ersten Erfindungen, die keine Ausgabe erzeugt, sondern eine andere Funktion erfüllen sollte.

Lies unser Interview mit Marcin, um mehr über die Geschichte der Tastatur zu erfahren.

Die ersten mechanischen Tastaturen, die wir heute als solche kennen, wurden in den 1960er-Jahren an die alten Großrechner angeschlossen, nach den Schreibmaschinenmodellen Underwood №5 und IBM Selectric und ein ganzes Jahrhundert nach der Einführung der Schreibmaschine von Sholes & Glidden. Schon früh erkannten die Designer*innen dieser Tastaturen, dass die Tasten viel mehr computerspezifische Aufgaben erfüllen mussten: Datenübertragungscodes, Cursorsteuerung und Programmbedienung. Funktionstasten und Tastenkombinationen folgten bald darauf, um noch mehr Aktionen zu ermöglichen.

Während Schreibmaschinen schneller und benutzerfreundlicher wurden, durchliefen Computer ihre eigene Entwicklung von Großrechnern hin zu PCs. Einst das Synonym für Datenverarbeitung, entwickelten sie sich zum Standard für Textverarbeitung und verdrängten damit die Schreibmaschine als Standardgerät im Büro. Mit dem erhöhten Innovationstempo wurden Computer für die meisten Verbraucher*innen erschwinglich und ein Must-have – bei der Arbeit und zu Hause –, zumal sie der Schlüssel zum Personal Computing und damit zum Internet waren. Computer und deren Standardtastaturen waren nicht mehr wegzudenken.

Ein entscheidender Moment war die Einführung der IBM Model M im Jahr 1985 – eine Tastatur, deren Layout immer noch als Standard gilt: das charakteristische Klappern, austauschbare Tastenkappen und eine einzigartige Federtechnologie, bei der Federn nicht nur für Haptik und Geräusch sorgen, sondern auch erkennen, wann eine Tastenberührung zu einem Tastendruck wird. Dies war vielleicht die erste mechanische Tastatur, die wirklich beliebt wurde. Über die nächsten Jahrzehnte wurden Computer jedoch immer günstiger und somit auch die Tastaturen.

Eine Tastatur aus Holz mit einigen weißen und schwarzen Klaviertasten auf einem pfirsichfarbenen Hintergrund.Eine Tastatur aus Holz mit einigen weißen und schwarzen Klaviertasten auf einem pfirsichfarbenen Hintergrund.
Ein sehr früher Patentprototyp der späteren QWERTY-Tastatur, die wir alle kennen und lieben (oder hassen).
Ein Tektronix-Keypad mit einer Anzahl von Tasten auf einer quadratischen Tastatur auf einem rosafarbenen Hintergrund.Ein Tektronix-Keypad mit einer Anzahl von Tasten auf einer quadratischen Tastatur auf einem rosafarbenen Hintergrund.
Bereits in den 1970er-Jahren kamen spezialisierte und hochentwickelte Tastenfelder für Funktionen auf den Markt.
Eine Model M-Tastatur auf einem grauen Hintergrund.Eine Model M-Tastatur auf einem grauen Hintergrund.
Eine klassische Model M-Tastatur im deutschen Tastaturlayout. (Lizenz: CC BY-SA 4.0, Dmitry Nosachev)

Nur zwei Wochen vor dem Launch des iPhone im Jahr 2007 schrieb die New York Times: „Wenn das iPhone von Apple Milliarden Dollar aufs Spiel setzt, dann weil dieses Smartphone eins nicht hat: eine mechanische Tastatur.“

Und die 2000er-Jahre stellten wieder alles auf den Kopf: Als das iPhone 2007 auf den Markt kam, hatte es nur eine Taste auf dem Display. Mit der Einführung der Bildschirmtastatur hat das iPhone die taktile Tastatur revolutioniert (und die einst innovative QWERTY-Tastatur von BlackBerry in den Schatten gestellt). Auch wenn die standardmäßige iPhone-Tastatur wie eine Schreibmaschine klang, waren diese Klänge, wie die Tasten selbst, eine Illusion – eine vollständig digitale Reproduktionen einer einst mechanischen Realität. Diese Tastaturen ermöglichten wiederum neue Dinge. Heute lässt sich mit den mobilen QWERTY-Tastaturen „mit den Daumen sprechen“, anstatt mit den „Fingern zu schreiben“ – Taktilität gehört der Vergangenheit an. „Nach 2007 gab es kein Zurück mehr“, so Marcin.

Auf dem Weg zum Kultstatus

Es gibt über 56 Millionen Aufrufe von TikTok-Videos zu mechanischen Tastaturschaltern und eine Reddit-Community für mechanische Tastaturen mit über 1,2 Millionen Mitgliedern.

Mechanische Tastaturen sind zu einer Art Reaktion auf die Kommerzialisierung der frühen PC-Ära und die Digitalisierung der iPhone-Ära geworden. Menschen nutzen sie, um sich individueller durch die digitale Welt zu bewegen. In den 2000er-Jahren begannen viele in der Gaming- und Programmier-Community, spezielle Tastaturen einzusetzen, um nicht nur das Design und die Haptik ihrer Tastaturen anzupassen, sondern sich mit mechanischen Tastaturen auch auszudrücken.

Auf YouTube finden sich immer noch Unboxing-Videos der Model M; Sammler*innen kaufen und verkaufen diese Tastatur auf eBay.

In einer zunehmend digitalen Welt, in der scheinbar jede Schnittstelle durch einen seelenlosen Touchscreen ersetzt wird, sind mechanische Tastaturen schöne, greifbare Dinge, die auf das Gewicht unserer Finger reagieren. Sie befördern uns zurück in eine Zeit, als sich Menschen in Büros versammelten und sie mit Tippgeräuschen, klingelnden Telefonen und Gesprächen erfüllten. „[Um Tastaturen] gibt es eine Art komische Nostalgie“, so Marcin. „Manchmal bleiben wir etwas in der Vergangenheit stecken, aber meistens geht es darum, die Aspekte von Tastaturen wiederzuentdecken, die wir in den 1990ern verloren haben, und uns modernere, schönere oder leistungsfähigere Versionen vorzustellen.“

In einer zunehmend digitalen Welt ... sind mechanische Tastaturen schöne, greifbare Dinge, die auf das Gewicht unserer Finger reagieren.

Einige Mitglieder der Tastatur-Community möchten lediglich eine Verbindung zur taktileren Vergangenheit herstellen, viele andere lieben die Handwerkskunst, Anpassung und Agilität mechanischer Tastaturen. „Ich finde, ‚mechanisch‘ hat eine sehr interessante Konnotation. Manche scherzen, dass damit einfach teure Tastaturen gemeint sind, aber es handelt sich in Wirklichkeit um eine bestimmte Kategorie von Tastaturen, bei denen sich Teile austauschen, Schalter und Layouts wählen und alle möglichen (manchmal obskuren) Dinge tun lassen“, sagt Marcin. „Es schwingt eine gewisse Intentionalität mit.“

In den letzten Jahrzehnten haben die Entwickler*innen von mechanischen Tastaturen Humor und Kreativität in ihre Produkte einfließen lassen, wie Tastenkappen, die wie Scrabble-Steine aussehen, oder solche mit einem Feuersymbol, Pac-Man-Design oder sogar einem Pizzastück. Aber es geht nicht nur um Freude und Vergnügen. Mechanische Tastaturen sind nachweislich effizienter, strapazierfähiger und lassen sich leichter reparieren. Wer den ganzen Tag vor dem Bildschirm verbringt, kann außerdem die Beleuchtung anpassen, die Tastenkappen mit Design und Farbe personalisieren oder die Tastenkombinationen effizienter machen. Für viele sind sie eine Absage an die billigen, beigen Tastaturen der 1990er-Jahre und die Zwei-Daumen-Tastaturen der Smartphones. Sie feiern die am häufigsten verwendete und wohl effektivste Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine.

Für uns geht es darum, die Freude an unseren Arbeitsplatz und an unsere Schreibtische zurückzubringen, ohne an Effizienz zu verlieren. Die Klaviertasten waren ein kreatives Ventil, die Tasten der Schreibmaschine ein Hilfsmittel zur Ausgabe von Arbeitsinhalten, Computertasten ein Mittel zur genauen und effizienten Programmsteuerung und die Tasten auf dem Smartphone ein Zugang zu endlosen Unterhaltungen. Wir hoffen, dass die Figma Creator Micro all das bietet.

Slide 1 of 7
Figma keycaps for the Figma Creator Micro keyboard.Figma keycaps for the Figma Creator Micro keyboard.

Mit Figma kreativ sein und zusammenarbeiten

Kostenlos loslegen