Zu Hauptinhalten gehen

Warum Entwickler*innen kreatives Coding wieder für sich entdecken sollten

Jake AlbaughDeveloper Advocate, Figma
Eine verspielte Zeichnung von Figuren, die mit übergroßen Pinseln auf großen Webbrowser-Fenstern malen. Eine Katze tritt in verschüttete Farbe und hinterlässt Pfotenabdrücke. Lebendige Farben und verspielte Details beleben die Szene.Eine verspielte Zeichnung von Figuren, die mit übergroßen Pinseln auf großen Webbrowser-Fenstern malen. Eine Katze tritt in verschüttete Farbe und hinterlässt Pfotenabdrücke. Lebendige Farben und verspielte Details beleben die Szene.

Moderne Browser haben sich weit über das hinausentwickelt, was die meisten Designtools leisten können. Es liegt an uns, uns von Templates zu lösen und das kreative Potenzial des Webs auszuschöpfen.

Warum Entwickler*innen kreatives Coding wieder für sich entdecken sollten teilen

Hero-Illustration von Zoey Kim

Als ich 2010 ein aufstrebender Design Engineer war, bedeutete eine individuelle gestaltete Website noch etwas. Sie war eine digitale Visitenkarte – zeigte deine handwerklichen Fähigkeiten, baute deine Reputation auf und zog neue Aufträge an Land. Entwickler*innen wie ich wurden damals engagiert, um die Möglichkeiten von HTML5 voll auszureizen: Inline-SVG, komplexe GSAP-Animationen, atemberaubende WebGL-Experimente und kunstvolle CSS-Illustrationen. Demos waren einfallsreich und unkonventionell. Und in der dynamischen Welt der kreativen Programmierung haben wir nicht nur für den Nutzen, sondern auch für den Ausdruck entwickelt.

Als das Web komplizierter war, waren wir nicht nur Entwickler*innen – wir waren Wix, Format und Squarespace für unsere Kundi*nnen. Schließlich holten Baukastensysteme auf. Damals protestierten wir: „Handarbeit ist besser!“ Aber unsere Argumente waren schwach – und bestanden oft nur aus verletztem Stolz und einer Liste alter phpMyAdmin-Logins.

Vorlagen und Automatisierung ermöglichten es jedem, eine Website mit allen Raffinessen zu erstellen: animierte Übergänge, Hintergrundvideoloops, Parallax-Effekte und ein CMS obendrein. Diese Zugänglichkeit ist ein Grund zum Feiern – doch sie hatte auch eine Kehrseite: Websites wurden vorhersehbar, standardisiert und verloren ihre kreative Kraft.

Nun haben wir einen weiteren Wendepunkt erreicht. Während viele Designer*innen und Entwickler*innen noch mit alten Einschränkungen arbeiten, haben sich Browser in eine völlig neue Richtung entwickelt. Das Web unterstützt jetzt Funktionen wie Container-Abfragen, erweitertes Scoping und Vererbungsmechanismen sowie Responsiveness basierend auf Nutzerpräferenzen. Farben, Typografie, dynamische Einheiten, Animationen – all das hat sich massiv weiterentwickelt. Und doch begegnen mir als Developer Advocate bei Figma immer wieder junge Designer*innen und Entwickler*innen, die sich dieser Möglichkeiten gar nicht bewusst sind. Wir arbeiten immer noch innerhalb alter Paradigmen, anstatt die Grenzen des Browsers neu auszuloten.

Wir arbeiten immer noch innerhalb alter Paradigmen, anstatt die Grenzen des Browsers neu auszuloten.

Ein kleines Beispiel für ungenutzte Potenziale: Farbverläufe. Die meisten arbeiten nach wie vor mit RGB-Gradients (Rot, Grün, Blau). Doch CSS unterstützt inzwischen HSL (Farbton, Sättigung, Helligkeit) und OKLCH. Diese ermöglichen lebendigere und präzisere Farbverläufe. Um die Lücke zwischen konventionellen Design-Tools und modernen Webtechnologien zu schließen, habe ich das Figma-Plugin CSS color-mix() entwickelt. Da Design und Entwicklung näher zusammenrücken und immer mehr Entwickler*innen in Design-Tools Freiraum und Handlungsspielraum finden, können wir unsere Tools und Plattformen in spannende neue Richtungen pushen.

Einige Creator zeigen uns bereits, was möglich ist. Creative Coder Henry Desrochesgestaltet Websites mit der Präzision, Tiefe und bewussten Gestaltung eines Print-Designs – aber in einem responsiven Umfeld. Er nutzt Weißraum gezielt und schafft eine haptische Qualität, indem Elemente aufeinander reagieren und harmonisch ineinanderfließen. Sarah Drasner, Senior Director of Engineering bei Google, war die Erste, hat mir als Erste die Augen für die Zukunft der SVG-Animation und Illustration im Web geöffnet, während Tim Holman, Senior Vice President of UI & UX bei Goldman Sachs, den kreativen Geist des Webs mit Projekten wie Optical Toys und The Useless Web verkörpert. Die Webdesignerin Lynn Fisher nutzt den Browser als kreatives Medium – ihre Illustrationen verändern je nach Viewport-Breite. Diese und viele andere zeigen: Templates sind nur ein Ausgangspunkt – nicht das endgültige Ziel.

Websites können mehr sein als Business-Profile, Serviceportale oder reine Informationsträger. Sie sind ein Raum für kreativen Ausdruck. Lass uns unsere Neugier wiederentdecken, mit Experimenten spielen und sehen, was passiert, wenn wir über Vorlagen hinausdenken. Die Werkzeuge für ein ausdrucksstärkeres Web existieren bereits. Wir müssen sie nur nutzen – und loslegen.

Bunte Darstellung einer Person mit Zöpfen, die an einem grünen Tisch sitzt, einen Bleistift in der Hand hält und auf Papier schreibt, umgeben von einer spielerischen Szene. Auf dem Tisch befinden sich eine weiße Katze mit erhobener Pfote und eine schwarze Katze, die liegt. Links befindet sich ein Bild einer leuchtenden Glühbirne, rechts eine Illustration eines Roboters mit funkelnden Augen. Der Hintergrund zeigt lebendige Formen, darunter orangefarbene Blumen und pastellfarbene Kreise, die eine fröhliche und kreative Atmosphäre erzeugen.Bunte Darstellung einer Person mit Zöpfen, die an einem grünen Tisch sitzt, einen Bleistift in der Hand hält und auf Papier schreibt, umgeben von einer spielerischen Szene. Auf dem Tisch befinden sich eine weiße Katze mit erhobener Pfote und eine schwarze Katze, die liegt. Links befindet sich ein Bild einer leuchtenden Glühbirne, rechts eine Illustration eines Roboters mit funkelnden Augen. Der Hintergrund zeigt lebendige Formen, darunter orangefarbene Blumen und pastellfarbene Kreise, die eine fröhliche und kreative Atmosphäre erzeugen.

Sechs große Ideen, die im Figma-Office die Runde machen – aus der Perspektive von Entwickler*innen, Designer*innen, Analyst*innen, Texter*innen, PMs und vielseitig talentierten Generalist*innen. Hier ein Blick auf das, was uns 2025 beschäftigt.

Weiterlesen

Mit Figma kreativ sein und zusammenarbeiten

Kostenlos loslegen