Es wird Zeit, unsere Definition von Design zu erweitern


Mehr Menschen denn je nutzen Design in ihrer täglichen Arbeit. Indem wir unsere Tools und Prozesse inklusiver gestalten, laden wir alle ein, selbstbewusst zu designen – unabhängig von ihrer Stellenbeschreibung.
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Hero-Illustration von Zoey Kim
Es gibt Orte, an denen du dich sofort zu Hause fühlst: dein Schreibtisch, dein Zuhause, das Teammeeting, in dem du genau weißt, welche Smalltalk-Themen aufkommen und wer die meisten Fragen stellt. (In meinem Fall bin das meistens ich.) Und dann gibt es Räume, in denen du sofort spürst: Hier gehöre ich nicht hin. Für mich sind das Fine-Dining-Restaurants, das Dojo meines Partners und Eng Crits, in denen es auf einmal um Codemods und JS-Modularisierung geht. Aber dazwischen gibt es noch eine dritte Art von Raum: Orte, an denen du gerne dazugehören würdest – aber dich manchmal wie ein Imposter fühlst. (Zum Beispiel in Teammeetings, in denen ich die einzige Person ohne jahrelange Erfahrung im Design oder in der Entwicklung bin.)
Meetings und soziale Interaktionen sind essenziell für ein Zugehörigkeitsgefühl bei der Arbeit. Aber wir sollten nicht unterschätzen, wie sehr auch Tools uns zusammenbringen können. Figma wurde von Anfang an als Tool für Designer*innen entwickelt – und dieses Commitment zum Design-Handwerk wird sich nicht ändern. (Eine Person in unserem Release Notes Livestream hat es perfekt zusammengefasst, als die neuen Unterstreichungsstile vorgestellt wurden: „Man sieht einfach, dass Figma von Designer*innen für Designer*innen entwickelt wird.“) Doch seine wahre Magie entfaltet Figma, wenn dieser Kreis sich erweitert – wenn Designer*innen ihre Kolleg*innen und Teammitglieder ins Boot holen. Eine Einladung bedeutet nicht automatisch, dass wir uns willkommen fühlen. Aber dabei sein ist der erste Schritt.
Für Menschen ohne Design-Hintergrund kann die Einladung in eine Figma-Datei sich anfühlen wie eine Einladung zur Vernissage eines Freundes: Du hast keine Ahnung, was du anziehen sollst. Du kannst zuschauen – aber bitte nichts anfassen. Wenn du nicht selbst als Künstler*in arbeitest, behältst du deine Gedanken besser für dich. Und rede doch bitte nicht so laut.
Trotz meines Unwohlseins lande ich für kleine Designaufgaben, die einfach ein bisschen mehr Power brauchen, doch immer wieder in Figma. Sei es ein Thumbnail für ein How-To-Video oder die Einladung für ein Team-Offsite. Und ehrlich gesagt konnte ich so in jedem einzelnen Job in Marketing, Produkt oder Vertrieb Design-Engpässe umgehen. Ich habe die Assets einfach kurz selbst erstellt. Trotzdem habe ich oft das Gefühl, das Design-Tool nicht ganz „richtig“ zu verwenden. Und Gott bewahre, dass ein*e echte*r Designer*in meine Datei sieht.
Es gibt eine Diskrepanz zwischen dem, was Menschen in Figma erstellen – und dem, was sie sich zu tun zutrauen. Wir versuchen, dieses Ungleichgewicht mit FigJam, Dev Mode und Figma Slides auszugleichen, damit Marketing-Teams, Entwickler*innen und andere Mitwirkende selbstbewusster arbeiten können. Gute Design-Tools sind wie gute Moderator*innen: Sie binden bis zu einem gewissen Punkt alle mit ein. Doch der letzte Schritt besteht in einem Umdenken: Sowohl individuell als auch auf Organisationsebene müssen wir erkennen, dass wir alle Teil des Designprozesses sind – unabhängig vom offiziellen Jobtitel.
Sowohl individuell als auch auf Organisationsebene müssen wir erkennen, dass wir alle Teil des Designprozesses sind – unabhängig vom offiziellen Jobtitel.
Je mehr sich die Designlandschaft verändert, desto wichtiger wird ein Umdenken. Das Arbeitstempo steigt, Kollaboration wird immer wichtiger, und unser Fokus verteilt sich auf immer mehr Projekte. Um diesen Wandel mitzugehen, sollten wir in Marketing- und Produktteams erkennen: Unsere Arbeit ist Design. Und wir tragen viel zur Qualität dessen bei, was wir erschaffen. Jeden Tag gestalten Menschen One-Pager, Flyer, Intro-Karten oder andere visuelle Inhalte. Sie kommunizieren Informationen, schaffen Verbindungen und verbessern die Zusammenarbeit. Ich wünsche mir, dass sich mehr Menschen mit Stolz als Designer*innen verstehen.
Wie können wir unsere Teams und Tools so gestalten, dass sich wirklich alle willkommen fühlen? Wie geben wir Alltags-Designer*innen mehr Selbstvertrauen und Gestaltungsfreiheit? Vielleicht, indem Designer*innen Vorlagen als Starthilfe für ihr Team bereitstellen. Vielleicht, indem wir Tools so vereinfachen, dass sie für mehr Menschen intuitiv nutzbar sind. Dazu könnte es gehören, Lösungen für typische Herausforderungen von Alltags-Designer*innen zu entwickeln, wie das Einhalten der Markenrichtlinien, das Finden der richtigen Assets, den Feinschliff von Texten oder das Einholen von Freigaben. Auf diesem Weg sollten wir Alltags-Designer*innen unterstützen, bestärken und feiern, die ihre Skills weiterentwickeln wollen.
Ich bin gespannt, wie wir das 2025 in Figma und darüber hinaus umsetzen werden. Und falls du im Marketing, Produktmanagement, Operations oder als Executive Assistant arbeitest – oder einfach jemand bist, der in Figma kreativ wird: Meld dich bei mir. Du gehörst hierher.

Sechs große Ideen, die im Figma-Office die Runde machen – aus der Perspektive von Entwickler*innen, Designer*innen, Analyst*innen, Texter*innen, PMs und vielseitig talentierten Generalist*innen. Hier ein Blick auf das, was uns 2025 beschäftigt.
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- „Supercommunicators“ von Charles Duhigg (2024)
- „The Value of Belonging at Work“ von Evan W. Carr, Andrew Reece, Gabriella Rosen Kellerman & Alexi Robichaux (2019)




