Zusammenarbeit in Zeiten von Remote-Work bei Vodafone und Contentsquare
Experten von Vodafone und Contentsquare erklären, wie sie Remote-Arbeit mit flexiblen Prozessen, festen Ritualen und mehr meistern.
Zusammenarbeit in Zeiten von Remote-Work bei Vodafone und Contentsquare teilen
Illustrationen von Laura Simonati
Zusammenarbeit war im Design schon immer ein zentraler Aspekt des kreativen Prozesses. Doch wie wir zusammenarbeiten, verändert sich durch den anhaltenden Remote-Trend. Der „State of the Designer DACH“-Report beleuchtet tiefgreifende Veränderungen in der Produktdesignbranche.

Wie hat sich die weltweite Design-Landschaft in den letzten drei Jahren gewandelt und welche neuen Chancen und Herausforderungen ergeben sich daraus für Produktdesigner*innen und Unternehmen? Erfahre es in unserem Bericht. Den gesamten Report kannst du hier herunterladen.
Demnach arbeiten 74 % der Designer*innen in der DACH-Region nun remote, 49 % davon hauptsächlich von zu Hause aus und 25 % immer im Homeoffice. Wir wollten die Auswirkungen dieser Veränderung auf die Zusammenarbeit von Designer*innen besser verstehen. Dafür haben wir mit Expert*innen bei Vodafone und Contentsquare gesprochen:
Ashton Snook, Leiter des Produktdesigns bei Vodafone, und Laura Bourne, Leiterin des Markendesigns bei Contentsquare, teilten ihre Erfahrungen und Strategien zur Anpassung an diese neue Businesswelt im Livestream „Inside the Minds: State of the Designer“. Hier fassen wir die wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

Klicke hier, um dir das On-Demand Webinar “State of the Designer: a day in the life” anzusehen
Interne Designprozesse bei Vodafone und Contentsquare: Vom Mythos der festen Abläufe
„Dafür brauchen wir einen Prozess“, heißt es gern, sobald während eines Projekts Unklarheiten auftauchen. Denn klare Abläufe versprechen eine gewisse Sicherheit, auf die wir uns insbesondere in der Remote-Arbeitswelt gern verlassen würden. Doch starre Prozesse können auf der anderen Seite die Kreativität hemmen. Deshalb gilt es, einen Mittelweg zu finden: Designteams brauchen Strukturen, die ihre Kreativität nicht einschränken.
Flexible Prozesse auf einem stabilen Fundament
Ashton von Vodafone erklärte im Livestream, dass lineare Prozesse und fixe Vorgaben zwar verlockend sind, die Realität aber oft anders aussieht. Denn jedes Projekt stellt eigene Anforderungen, abhängig von Faktoren wie der zu lösenden Aufgabe, rechtlichen Bedingungen und beteiligten Stakeholdern. Ähnliches gilt auch für Designsysteme. Ashton erklärt:
Ein zu verbindlich Designsystem stößt oft auf Ablehnung, da Designer*innen sich in ihrer Kreativität eingeschränkt fühlen. Trotzdem muss ein gewisser Qualitätsrahmen erfüllt werden. Designer*innen brauchen ihren Freiraum und zugleich die notwendigen Tools für unkonventionelle Lösungswege.
Für Vodafone heißt das: Flexibilität in den Prozessen bei gleichzeitig stabilem Support durch Tools und Coaching. Auch Contentsquare setzt auf Flexibilität, um mit den Herausforderungen eines wachsenden Teams umzugehen. Die Einführung von Monday.com und eines Figma-basierten Designsystems bietet Struktur und erleichtert die Kommunikation, während gleichzeitig genug Raum für kreative Freiheit gelassen wird.

Die Rolle von Tools und Systemen
Die richtigen Tools und Systeme sind für beide Unternehmen zentral. Laura von Contentsquare hob im Livestream hervor, wie wichtig leistungsfähige Werkzeuge für die Zusammenarbeit sind. Die Nutzung von Plattformen wie Monday.com für die Projektverwaltung und Figma für das Design ermöglichen, dass alle Teammitglieder up to date bleiben, während die Kreativität innerhalb festgelegter Richtlinien fließen kann.
Vodafone und Contentsquare nutzen diese Tools nicht nur zur Strukturierung ihrer Projekte, sondern auch, um individuelle Arbeitsweisen zu unterstützen. Das „Design Angels“-Programm von Contentsquare ist ein Beispiel dafür, wie Nicht-Designer*innen in den kreativen Prozess integriert werden können, ohne die Qualität zu beeinträchtigen. Diese Ansätze ermöglichen eine flexible Anpassung an individuelle und projektbezogene Bedürfnisse, während ein gewisses Maß an Konsistenz gewahrt bleibt.
Die Erfahrungen von Vodafone und Contentsquare zeigen: Effektive Designprozesse sind nicht in Stein gemeißelt. Sie erfordern eine Balance aus Flexibilität und Stabilität, die durch unterstützende Tools und ein adaptives Designsystem erreicht werden kann.
Wie Vodafone und Contentsquare Verbundenheit in die Remote-Arbeitswelt bringen
Der Remote-Trend stellt neue Herausforderungen an die Teamdynamik und Zusammenarbeit. Unternehmen müssen innovative Wege finden, um trotz physischer Distanz ein starkes Gemeinschaftsgefühl zu bewahren. Sowohl Vodafone als auch Contentsquare haben Strategien entwickelt, um diese neue Realität zu meistern.
Kommunikation und Teamrituale
Ashton von Vodafone betonte, wie wichtig eine Kultur der offenen Kommunikation und des Respekts insbesondere bei der Remote-Arbeit ist: Ideen werden in seinem Team frei und ohne persönliche Kritik diskutiert. Durch wöchentliche Management-Meetings und Videokonferenzen fördert Vodafone den regelmäßigen Austausch und Zusammenhalt. Laura erwähnte zudem den Stellenwert von Slack für die tägliche Kommunikation, damit in Meetings Zeit für den wirklich bedeutsamen Austausch ist. Sie erklärt:
Viele der täglichen Interaktionen sind weggefallen und wir müssen unsere Gespräche deshalb nun zielgerichteter führen. Wir nutzen Slack-Kanäle für verschiedene Themen und entscheiden dort, ob eine Vertiefung im Meeting nötig ist. […] Offene und stetige Kommunikation ist in einem global verteilten Team unerlässlich.
Beide Unternehmen sind sich einig bezüglich der Bedeutung von regelmäßigen, strukturierten Treffen, um die Verbindung zwischen den Teammitgliedern zu stärken, auch wenn diese digital stattfinden – Videoanrufe, Slack-Channel und Figma-Sessions dienen als digitale Räume für den Austausch und die Zusammenarbeit.
Persönliche Treffen und Autonomie
Während Ashton bei Vodafone aktuell regelmäßige, regionale Team-Hangouts und vierteljährliche Offsites testet, um das Team physisch zusammenzubringen, plant Contentsquare ein großes, jährliches persönliches Treffen. Beide Unternehmen nutzen diese seltenen, aber wertvollen Gelegenheiten für Workshops, Networking und zur Stärkung des Teamgeistes. Die persönliche Interaktion sehen sie als essentiell für den Aufbau tieferer Verbindungen. Sie dient dazu, die Distanz, die durch Remote-Arbeit entsteht, zu überbrücken.
Dabei darf allerdings die Autonomie und persönliche Verpflichtungen von Mitarbeiter*innen nicht übergangen werden. Sie sollen ihre Arbeiter so gestalten können, wie es am besten zu ihnen passt. Deswegen werden zeitintensive Offsites und andere Teamevents bei Vodafone und Contentsquare flexibel gehandhabt. Es gilt einmal mehr, ein Gleichgewicht zu finden – eins, das sowohl die Unternehmenskultur stärkt als auch die Teambudgets und persönlichen Grenzen aller Beteiligten respektiert.
Vodafone und Contentsquare zeigen, dass eine vernetzte Arbeitskultur auch remote möglich ist – dank Kommunikationskanälen, kollaborativen Meetings und persönlichem Austausch. Das Ergebnis: ein inklusives Arbeitsumfeld, in dem Angestellte sich trotz Distanz verbunden fühlen.
Design unternehmensweit sichtbar machen
Wenn Design im Unternehmen sichtbarer wird, steigt sein Stellenwert als strategischer Faktor. Dies ermöglicht es, bereits zu Beginn von Prozessen wesentliche Fragen zu adressieren und Ziele aus einer nutzerzentrierten Perspektive zu entwickeln. Dadurch wird Design zu einem festen Bestandteil der Entscheidungsfindung und fördert das Verständnis für seine Rolle und seinen Nutzen unternehmensweit.
Laura und Ashton erläuterten beide, durch welche Initiativen Design innerhalb ihrer Unternehmen eine zentrale Rolle eingenommen hat.
Strategische Designinitiativen bei Contentsquare
Bei Contentsquare hat das Design Angels Programm die Sichtbarkeit von Design innerhalb des Unternehmens deutlich erhöht. Dadurch, dass Nicht-Designer*innen zu Design Angels werden können, wird nicht nur eine große Anzahl von Projekten von ihnen selbst erledigt. Laura erklärte auch, dass dies die Bedeutung und den Einfluss von Design bei Contentsquare durch Abbau von Barrieren und Verbreitung von Wissen vorangebracht hat:
Unser Design Angel Club hat mittlerweile über 80 Mitglieder. […] Sie haben im vierten Quartal 60 Projekte selbst abgeschlossen. Die Initiative hat den Einfluss von Design innerhalb des Unternehmens signifikant erhöht und war ein großer Erfolg.
Design als strategische Kraft bei Vodafone
Ashton erzählte im Livestream, dass es ihm darum geht, den täglichen Wert von Design zu demonstrieren und Designer*innen in strategischen Rollen zu sehen – nicht nur als Lösungsentwickler. Durch die Veranstaltung von Workshops, Coaching und kreative Kommunikation bauen Designteams Vertrauen bei anderen Stakeholdern bei Vodafone auf und fördern ein besseres Verständnis für die Rolle von Design.
Durch die Zusammenführung zuvor isolierter Teams entstand eine einheitliche Design Community innerhalb von Vodafone, die unternehmensweit Projekte angeht, in denen die Designqualität schnell verbessert und Kundenbedürfnisse besser verstanden werden können. Die Einführung eines Designstrategieteams hilft, langfristige Investitionsziele aus einer kundenorientierten Perspektive zu beantworten.
Durch die Entwicklung gezielter Programme wie das Design Angels Programms bei Contentsquare und strategischen Initiativen bei Vodafone wird Design in den Vordergrund gerückt. Die positiven Ergebnisse zeigen sich in verbesserten internen Prozessen, einer erhöhten Wertschätzung für Design und einer stärkeren strategischen Ausrichtung.
Fazit
Was bedeuten also all diese Veränderungen für die Arbeit von Designteams? Die Erfahrungen von Vodafone und Contentsquare zeigen, wie Remote-Arbeit die Zusammenarbeit und Designprozesse neu definiert. Bei allen Herausforderungen demonstrieren sie, dass durch Anpassungen an flexible Arbeitsmodelle, die passenden Tools und die Einführung klar definierter Rituale nicht nur die Arbeitsabläufe effizienter, sondern auch die Verbindungen zwischen Teammitgliedern gestärkt werden kann.


