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Sechs Mythen, die dich von der Implementierung eines Designsystems abhalten

Designer Advocate Ana Boyer räumt mit einigen gängigen Mythen zu Designsystemen und den damit verbundenen Missverständnissen auf.

Sechs Mythen, die dich von der Implementierung eines Designsystems abhalten teilen

In der Welt des Designs, in der sich so viele Teams über ihre verschiedenen Arbeitspraktiken austauschen, wird aus Hörensagen schnell eine fälschlich angenommene Tatsache. Geht in einem Team etwas in die Hose, ist das für ein anderes Team schnell ein abschreckendes Beispiel. Erzielt das eine Team einen Erfolg, nehmen andere dies schnell als Best Practice an.

Im Falle von Designsystemen habe ich festgestellt, dass diese zu falschen Annahmen führen können. Diese Annahmen stellen für einige unterschwellige Hürden dar und halten andere sogar ganz davon ab, sich an ein Designsystem heranzuwagen. Ich möchte einige dieser Mythen teilen, in der Hoffnung, sie zu entkräften und einige Hürden beseitigen zu können.

Mythos 1: Designsysteme sind nur etwas für große Unternehmen

Nein, absolut nicht. Designsysteme lohnen sich für Unternehmen aller Größen. Natürlich können sie für jedes Unternehmen eine unterschiedliche Gestalt annehmen, aber ihr Hauptzweck bleibt derselbe – die Steigerung der Effizienz, das Gewährleisten von Konsistenz und die Förderung von Zusammenarbeit. Ganz gleich ob groß oder klein – jedes Team kann von ihnen profitieren.

Mythos 2: Designsysteme sollten immer die neuesten Technologien der Branche nutzen

Designtrends ändern sich ständig und es gibt keine einzig richtige Herangehensweise. Von anderen zu lernen ist großartig, aber verliere dich nicht so sehr in der Gestaltung des perfekten Systems, dass du das eigentliche Ziel aus den Augen verlierst. Dein Designsystem sollte praktisch und ergebnisorientiert sein und nicht nur die coolsten neuen Trends der Branche imitieren.

Mythos 3: Alles, was für Material gilt, gilt auch für uns

Googles Designsprache Material Design wird oft als Branchenstandard für Designsysteme angesehen, ist jedoch keine Einheitslösung. Dein Designsystem muss deine einzigartige Marke widerspiegeln und an die Bedürfnisse der Benutzer*innen und deine Unternehmensziele angepasst sein. Es geht darum, ein Gleichgewicht zwischen Branchenstandards und dem jeweils aktuell bestmöglichen Ansatz für dein Unternehmen zu finden.

Unten findest du einige Designsysteme und UI-Kits aus der Figma Community.

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Uber's Base design system UI Kit, featuring a monochromatic network of icons and UI elements, symbolizing interconnectedness and tech-focused design.Uber's Base design system UI Kit, featuring a monochromatic network of icons and UI elements, symbolizing interconnectedness and tech-focused design.
Uber’s Base design system

Mythos 4: Ein Designsystem muss von Grund auf neu erstellt werden

Es gibt eine Fülle an großartigen Open-Source-Ressourcen da draußen. Wenn etwas bereits vorhandenes für dich funktioniert, dann benutze es! Passe es an deine Bedürfnisse an. Kennst du das Gleichnis der Zwerge auf den Schultern der Riesen? Es ist keine Schande, auf Bestehendes zurückzugreifen, sondern kann tatsächlich oft ein praktischer und effizienter Ansatz sein.

Mythos 5: Designsysteme hemmen die Kreativität

Designsysteme sind keine Kreativitätshemmer – sie schaffen Klarheit. Sie legen eine solide Grundlage und ermöglichen es Designer*innen, sich auf bestimmte Herausforderungen zu konzentrieren und großartige Benutzererfahrungen zu gestalten. Stell sie dir als Basis für Kreativität vor, anstatt als Hemmnis. Es geht darum, Prozesse zu optimieren, nicht die Kreativität einzuschränken.

Mythos 6: Designer*innen von Designsystemen verbringen den ganzen Tag damit, Komponenten zu erstellen

Owen Anderson, Designer bei Benevity, nimmt uns mit und zeigt uns einen Tag im Leben eines Designers in einem Designsystem-Team – und da geht es nicht nur um Komponenten!

Du denkst, Designer*innen von Designsystemen schieben den ganzen Tag nur Pixel in Figma hin und her? Weit gefehlt! Sie sind die Strateg*innen hinter der Systementwicklung, sind für den Umsetzungsprozess verantwortlich und agieren als Verbindungsstelle zwischen den einzelnen Teams. In dieser Position mit ihren verschiedenen Verantwortlichkeiten ist ganzheitliches Denken gefragt – nicht nur das Erstellen von Komponenten.

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Bei Designsystemen geht es darum, diese an die eigene kreative Umgebung anzupassen, anstatt sich nach vorgefassten Meinungen zu richten. Ganz gleich, ob du gerade die Grundlagen erkundest oder dabei bist, das nächste weltweit anerkannte Framework zu entwickeln – jeder Weg ist einzigartig. Welchen anderen Mythen zu Designsystemen bist du schon begegnet? Lass es mich auf Twitter wissen!

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