Wie Datadog durch Skalierung seines Designsystems mit Figma eine Enterprise-Plattform aufbaute

Datadog gehört zu den wenigen Enterprise-SaaS-Unternehmen, die in den letzten Jahren eine echte Multi-Produkt-Plattform aufgebaut haben, während sie gleichzeitig exponentiell gewachsen sind. Ein entscheidender Faktor für diesen Erfolg ist ihre Produktorganisation. Der VP of Design, Stephen Boak, der Staff Product Designer, Derek Howles, und ihre Kolleg*innen aus den Bereichen Produkt und Entwicklung haben einen skalierbaren Produktentwicklungsprozess geschaffen, der einheitliche Erlebnisse über alle ihre Produkte hinweg ermöglicht und eine frühe, sinnvolle Zusammenarbeit zwischen ihren PDE-Teams fördert. Figma und FigJam sowie DRUIDS, das interne Designsystem von Datadog, waren wichtige Eckpfeilder bei der Umsetzung dieser Strategie.
Übersicht
- Branche: Software
- Segment: Enterprise
- Edition: Enterprise
- Zeiteinsparung: 100 Stunden pro Woche
- Produkte: Figma und FigJam
- Integrationen: GitHub
Datadog ist eine essentielle Monitoring- und Sicherheitsplattform für Cloud-Anwendungen und hilft Unternehmen dabei, ihre Systeme abzusichern, Ausfallzeiten zu vermeiden und erstklassige Nutzererlebnisse für Kund*innen bereitzustellen. Die Produkte von Datadog werden von Entwickler*innen zur Lösung komplexer technischer Herausforderungen eingesetzt. Die Plattform muss es Nutzer*innen dafür ermöglichen, Inhalte mit hoher Datendichte sinnvoll darzustellen – und genau das ist die spannende Herausforderung für Stephen Boak, den VP of Design, und sein Team.
Datadog gehört auch zu den wenigen Unternehmen, die behaupten können, eine echte Multi-Produkt-SaaS-Plattform aufgebaut zu haben. 2019 ging das Unternehmen mit einem jährlich wiederkehrenden Umsatz (ARR) von 330 Mio. USD und nur einigen wenigen Produkten an die Börse. Heute realisiert Datadog mit mehr als 15 Produkten einen ARR von 1,5 Mrd. USD. Dies entspricht einem kontinuierlichen Wachstum von bis zu 70 % im Jahresvergleich und 130 % beibehaltenem Nettoumsatz (NRR) – und das haben nur wenige Tech-Unternehmen geschafft. Ein Schlüssel zum Erfolg von Datadog war der Aufbau einer echten Multi-Produkt-Enterprise-Plattform, um das exponentielle Wachstum fortzusetzen. Tatsächlich nutzen inzwischen 80 % der Kund*innen zwei oder mehr der Produkte.
Der Erfolg von Datadog stützt sich auf diese Prizipien:
- Der Produktentwicklungsprozess ist auf Effizienz und Skalierbarkeit ausgelegt.
- Das Erlebnis der Nutzer*innen ist über alle Lösungen der übergeordneten Plattform hinweg verbunden.
- Zwischen dem Produktmanagement und den Entwickler*innen fand seit Beginn eine enge Zusammenarbeit statt.
- Durch einen kontinuierlichen MVP- und frühen Iterationszyklus können Produkte schnell anhand von frühem Kundenfeedback verbessert werden.
Doch all das geschah nicht über Nacht. Das Produktteam von Datadog musste einen skalierbaren Design- und Produktentwicklungsprozess aufbauen, um sein volles Potenzial auszuschöpfen.
Wachsende Probleme und die Notwendigkeit für einen skalierbaren Produktentwicklungsprozess
2016 begann Datadog den Wandel hin zu einem Multi-Produkt-Unternehmen. Die Pläne sahen ein weiteres Wachstum der Produktreihe vor, aber innerhalb weniger Jahre bemerkten die Design- und Engineering-Teams Probleme in Bezug auf die Skalierung.„Wir standen mit unserem Designprozess vor denselben Herausforderungen wie viele andere schnell wachsende Unternehmen: einem Punkt, an dem niemand mehr alle verschiedenen UI-Komponenten und Variationen im Kopf behalten konnte. Sie wurden ohne guten Grund unterschiedlich umgesetzt“, so Derek Howles, Staff Product Designer.
Die Entwickler*innen bei Datadog mussten immer wieder Code für wichtige Muster wie die Darstellung von Tabellendaten, Such- und Filterfunktionen, Zeitraumauswahl und Dropdown-Menüs duplizieren, da es keine wiederverwendbaren Komponenten gab. Der Versuch, diese Lösungen für verschiedene Produkte, Kontexte und Anwendungsfälle zu skalieren, machte die Produktentwicklung äußerst komplex und schwierig.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Design- und dem Entwicklungsteam lief nicht optimal. Beide Teams waren zu sehr damit beschäftigt, bereits vorhandene Elemente redundant zu erstellen und versuchten, bei Übergaben die Arbeit des anderen nachzuvollziehen. In einem Fall wurde das Entwicklungsteam nicht früh genug vom Designteam eingebunden, was zu erheblichen Verzögerungen bei der Produktlieferung führte.
All das führte dazu, dass weniger Zeit da war, um die größeren Herausforderungen auf Produktebene anzugehen und Kundenfeedback umzusetzen.
Der Aufbau erfolgreicher Unternehmen mit breitem Produktangebot erfordert Verbundenheit
Das wichtigste Ziel für Datadog war es, über die gesamte Produktpalette hinweg ein einheitliches und verlässliches Nutzererlebnis zu gewährleisten. Kund*innen sollten überall auf der Plattform dieselbe erstklassige Erfahrung machen – unabhängig davon, welches Produkt sie nutzten.
Stephen nennt dies „Verbundenheit statt Konsistenz“. Dieser Ansatz wird besonders schwierig umzusetzen, sobald die Anforderungen steigen. Standardinteraktionen wie das Abrufen detaillierter Tabellendaten oder das Überprüfen von Protokollen müssen vertraut und über die gesamte Plattform hinweg wiederverwendbar sein, auch wenn die Elemente je nach Kontext leicht unterschiedlich funktionieren. „Du lernst das Verhalten der Kund*innen auf Produktebene durch die Nutzererfahrung auf der Plattform kennen. Sobald du es kennst, wiederholst du es, und diese Nutzererfahrung muss zur wiederholbaren Erfahrung bei allen deinen Produkten werden“, so Stephen.
Dieses neue Konzept war vielversprechend, erschwerte aber auch das schnelle Umsetzen von Reaktionen und Änderungen sowie die Veröffentlichung neuer Funktionen.
DRUIDS – Aufbau eines skalierbaren Produktentwicklungsprozesses
Derek und einige seiner Kolleg*innen aus dem Entwicklungsteam legten das Fundament für ein Designsystem, das die Skalierung und Schaffung von Verbundenheit unterstützen sollte. Der entscheidende Aha-Moment kam jedoch, als das Team erkannte, wie schnell es Marktreife erreichen und wertvolles Kundenfeedback zu Prototypen und MVPs einholen konnte.
„Durch die Nutzung von Komponenten, unserem Designsystem und Vorlagen für häufige Nutzererlebnisse über verschiedene Datadog-Produkte hinweg, können wir MVPs sehr schnell auf den Markt bringen und wertvolles Kundenfeedback sammeln“, erklärt Stephen.
Datadog sparte mit Figma und dem eigenen Designsystem 10 Stunden pro Prototyp und etwa 100 Stunden pro Woche. Der Business Case war eindeutig.
Das Unternehmen konzentrierte sich darauf, sein Designsystem auszubauen; das Ergebnis war DRUIDS. Eine Kombination aus Figma als Designebene und dem dazugehörigen Code in GitHub. DRUIDS wurde so entwickelt, dass es möglichst entwicklerfreundlich ist, mit detaillierten Zuständen und Variationen sowie entsprechender Dokumentation. Und es sieht super schick aus.

Mit Figma und FigJam kommt das Produktteam zusammen
Das gesamte Produktteam von Datadog (Produktmanager*innen, Designer*innen und Entwickler*innen) arbeitet im Produktentwicklungsprozess mit Figma und FigJam zusammen. Produktmanager*innen und Designer*innen starten mit ersten Ideen in FigJam, sammeln Feedback von Nutzer*innen und erarbeiten gemeinsam Konzepte. Wenn Designs konkreter und ausgereifter werden, erfolgt eine Überführung in Figma, wo Entwickler*innen und Designer*innen zusammenarbeiten und die Konzepte laufend weiterentwickeln.

Anschließend werden die Designs mit dem Designsystem DRUIDS verknüpft, der entsprechende Code integriert und die Ergebnisse ausgeliefert. Am Ende des Prozesses erfolgen Nachbesprechungen, Produktbewertungen und weitere Zusammenarbeit in FigJam. „FigJam ist auf beiden Seiten des Designprozesses präsent und gibt unseren Führungskräften Transparenz und Feedbackmöglichkeiten in einer einfachen Lösung“, erläutert Steve.
Auch die Effizienz im Unternehmen profitiert von der Plug-in-Entwicklung über die offene Figma-Plattform. So wurde ein Plug-in entwickelt, das beliebige Komponenten sofort an den Dark Mode anpasst. Ein weiteres Plug-in ermöglicht die Integration relevanter Kundendaten in Designs und Prototypen, um Nutzertests besser zu berücksichtigen. Zudem können Designer*innen mit einem weiteren Plug-in eines der über 900 Integrationslogos, die auf der Datadog-Plattform verwendet werden, direkt einfügen.
Auch durch Nutzung der erweiterten Admin-Funktionen von Figma spart Stephen viel Zeit.
„Mit dem Managementportal, SSO und automatisierter Bereitstellung sowie den Sicherheitsfunktionen von Figma behalte ich alles im Griff und spare Zeit, die in strategische Projekte fließen kann.“
Die Entwicklung von DRUIDS ist einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg von Datadog
Datadog kann Produkte jetzt schneller ausliefern. Wiederholte, einfache Aufgaben sind durch das Designsystem abgedeckt und alle haben mehr Zeit, um komplexe Probleme zu lösen. Die sind zum einen wichtiger und machen den Designer*innen außerdem mehr Spaß.
Entwickler*innen und Designer*innen können schneller eingearbeitet werden. Dank der Möglichkeit, alle Zustände und Benutzerschnittstellen der verschiedenen Produkte nach ihren eigenen Vorstellungen einzusehen, können sie die technische Seite des Produkts schneller überblicken. „Datadog ist eine komplexe Plattform, die viele neue technische Konzepte integriert. Mit einer umfassenden Dokumentation kannst du mehr Zeit darauf verwenden, das Produkt selbst und seine Anwendungsfälle wirklich zu verstehen.“
Obwohl es inzwischen um mehr als 15 Produkte geht und ein viel größeres Produktteam beteiligt ist, können Produktdesigner*innen bei Datadog ihre Designs früher fertigstellen und erhalten Feedback von Entwickler*innen zu wichtigem Verhalten. Dabei sprechen die Teams eine gemeinsame Sprache, was die Qualität der Produktentwicklung verbessert und eine stärkere Zusammenarbeit der Teams fördert. Die Beibehaltung der soliden Produktentwicklungskultur trotz des erheblichen Wachstums des Teams ist eine der Errungenschaften, auf die Derek besonders stolz ist.
Am wichtigsten ist jedoch, dass die Designer*innen und Entwickler*innen bei Datadog durch die gewonnene Zeit größere und komplexere technische Herausforderungen angehen können. Diese Herausforderungen haben einen erheblichen Einfluss auf die Unternehmen, die auf die Datadog-Plattform setzen.
Stephen und sein Team schöpfen viel Motivation aus ihrem Aufbau eines Unternehmens, das erfolgreich Enterprise-SaaS in Enterprise-Skalierung anbietet – und das in Form eines breiten Produktangebots. „Wir messen Wert nicht in Milliarden Nutzer*innen. Wir lösen komplexe, technische Herausforderungen für Tausende Unternehmen, die unser Produktangebot jeden Tag nutzen und ihre Arbeitsabläufe wertschätzen.“
Der Beweis zeigt sich im bemerkenswerten Wachstum des Produktangebots von Datadog.
Total Economic Impact der Figma-Plattform
Dieser Forrester-Bericht zeigt, wie Teams Figma und FigJam nutzen, um Workflows zu beschleunigen, den Design-Stack zu konsolidieren und bessere Produkte zu entwerfen.
So skalierst du dein Design mit Figma
Ein großartiges Design kann dein Produkt und deine Marke von der Masse abheben. Aber hinter großartigen Leistungen steht ein großartiges Team. Mit Figma ermöglichst du deinen Produktteams schnellere und kooperativere Design-Workflows.
Melde dich bei uns, um zu erfahren, wie Unternehmen ihr Design mit Figma skalieren können.
Erfahre, wie Figma dir helfen kann, folgende Ziele zu erreichen:
- Zusammenführung aller Schritte des Designprozesses – von der Ideenfindung über den Entwurf bis hin zur Umsetzung von Designs
- Schnellere Designworkflows dank unternehmensweit genutzter Designsysteme
- Inklusivität bei den Abläufen im Produktteam dank intuitiver und benutzerfreundlicher webbasierter Produkte